Erinnern gegen das Vergessen

Säulen ohne Mauern dazwischen. Kein Dach darüber. Kein Haus. Kein Schutz. Das ist der Denkort gegen das Vergessen für Menschen, die in den Jahren 1941-1942 hier gelitten haben. Die Steinplatte in der Mitte erinnert an die über einhundert Menschen mit geistiger Behinderung, die aus Zoar-Martinshof abtransportiert und in den Landesheilanstalten zur Ermordung ausgeliefert wurden. Und sie erinnert an über 700 jüdische Menschen aus Schlesien, die dann in einem Arbeits- und Durchgangslager (Lager Tormersdorf) hier untergebracht waren, bevor sie in die Konzentrationslager Auschwitz und Theresienstadt deportiert wurden. Nur sieben sollen überlebt haben.

Zum ersten Mal nun trafen sich Nachfahren dieser jüdischen Menschen aus dem sogenannten Lager Tormersdorf. Im Rahmen der jüdischen Gedenkwoche in Görlitz besuchten sie den Martinshof und erfuhren, unter welchen Bedingungen die Menschen in dem Lager untergebracht waren. Am Denkort legten sie Steine und Blumen ab und entzündeten Kerzen. Die Namen der Deportierten wurden verlesen und ein Rabbiner sprach das Kaddisch. Das waren berührende Momente, die gezeigt haben, wie wichtig das Erinnern ist. Gegen das Vergessen.