Geistliches Leben

Unseren christlichen Glauben leben wir in der Diakonie St. Martin durch die praktische Arbeit und Zuwendung zum Wohl anderer Menschen. Getragen wird unsere Arbeit vom diakonischen Auftrag, hilfebedürftige Menschen zu unterstützen. Diesem Auftrag sind wir als Christen verpflichtet.

Kraft schöpfen im Alltag, Trost finden in schweren Stunden, in der Gemeinschaft Gottes Wort hören - die Angebote des geistlichen Lebens sind vielfältig:

  • Mitarbeiter-Andacht, Schwerbehindertengottesdienst, Sonntags-Gottesdienst
  • Andachten in den Wohnbereichen
  • Ethische Beratung für Bewohnerinnen und Bewohner, Betreute, ihre Angehörigen und gesetzliche Betreuer sowie Mitarbeitende
  • Angebote zur Seelsorge für Bewohnerinnen und Bewohner und Angehörige
  • Hospizgruppe zur Begleitung schwerkranker und sterbender Bewohner
  • offene Kapelle für Gäste, Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende
  • biblisch-diakonische Weiterbildung für Mitarbeitende

Unter der folgenden Rubrik "Wege durch das Kirchenjahr" finden Sie Beispiele und Anregungen zu biblischen Geschichten und Materialien, die unsere diakonische Arbeit inspirieren und die Sie auch gerne nutzen können.

Wege durch das Kirchenjahr

Lieber Hände falten als Sorgenfalten - Corona Gebet

Wenn die Glocken läuten, dann lasst uns von den Sorgen und der Arbeit aufschauen und beten:

Gott, du siehst uns, wir bitten dich um Hilfe.

Wir bitten dich für die Kranken und für die Pflegenden.
Wir bitten dich für alle, die in unserer Stiftung leben oder betreut werden und für alle, die hier arbeiten.
Wir bitten dich für unsere Familien.
Wir bitten dich für all die in unserem Land, die in ihrer Existenz bedroht sind.

O Gott, weltweit sind so viele Menschen betroffen von der Pandemie,
aber auch von Hunger, Armut, Obdachlosigkeit und Flucht, Krieg und Gewalt und Hass.

Wir bitten dich um Hilfe.
Lass alles Mühen nicht vergeblich sein.
Stifte uns an zu Nächstenliebe und Frieden.
Du hälst die Welt in deiner Hand.

Amen

Advent

Was ist das?

Advent (lateinisch) heißt "Ankunft".
Im Advent bereiten wir uns auf das Christfest vor.
Es gibt 4 Adventssonntage.
Es ist eine Zeit des Wartens, der Besinnung und der Stille.
Deshalb ist der Advent auch Fastenzeit. Vorfreude = vor der Freude, darum nehmen wir das Fest nicht vorweg.


Farbe/Symbol:

Violett - das ist die Farbe der Besinnung, des Nachdenkens, der Umkehr. Es ist die einfache Zeit vor dem Fest.


Biblischen Geschichten:

1. Advent
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
(Sacharja 9, 9b)
Jesu Einzug in Jerusalem
(Matthäus 21, 1-11)

2. Advent
Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
(Lukas 21, 28)
Wenn Christus wiederkommt, wird alles neu werden
(Lukas 21, 25-33)

3. Advent
Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
(Jesaja 40, 3.10)
Johannes der Täufer bereitet den Weg Jesu auf der Erde vor. Er ruft zur Umkehr.
(Lukas 1, 67-79)

4. Advent
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!
(Philipper 4, 4.5b)
Die Ankündigung der Geburt Jesu bringt seine Mutter Maria zum Staunen und zum Singen.
(Lukas 1, 26-56)


Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 1; Macht hoch die Tür
  • EG 13; Tochter Zion
  • EG 17; Wir sagen euch an

Aus dem Liederbuch "Singt und klingt"

  • 0 112; Tragt in die Welt nun ein Licht

Oder das Lied "O Tannenbaum".


Gestaltung:

Der Tisch kann mit einem Adventskranz geschmückt werden. (Der Weihnachtsbaum gehört zu Weihnachten.)

Es kann ein Adventskalender aufgestellt/angehangen werden, der die Wartezeit bis Weihnachten gestaltet.

Jeden Tag oder jede Woche im Advent kann eine Figur zur Weihnachtskrippe gestellt werden. Heilig Abend wird dann das Kind in die Krippe gelegt.
Zum Beispiel:
1. Woche - Der ESEL, dazu die Geschichte vom Einzug in Jerusalem (Matthäus 21)
2. Woche - Die HIRTEN, dazu Psalm 23
3. Woche - Der ENGEL, dazu die Geschichte vom Engel bei Maria (Lukas 1, 26ff)
4. Woche - MARIA und JOSEF (Matthäus 1, 18ff)
Heilig Abend - Das KIND in die Krippe legen (Lukas 2)
5. Woche - Der STERN und die 3 WEISEN (Matthäus 2)

Eine Geschichte zum Vorlesen: Der Engel bei Maria
Maria ist im Haus. Sie bäckt Brot. Sie knetet den Teig.
"Sei gegrüßt, Maria!"
Maria erschrickt und fährt herum. Wer ist da? - Ist das? ... ein Engel?
Wirklich, es ist ein Engel. Er sagt: "Sei gegrüßt, Maria, du hast Gnade gefunden bei Gott. Der Herr ist mit dir!"
"Ich begnadet? Ich bin eine einfache Magd. Ich weiß nicht, ob das Gnade ist."
Der Engel bleibt dabei: "Maria, du bist von Gott beschenkt. Das ist Gnade. - Der Herr ist mit dir. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn bekommen und du sollst ihn den Namen Jesus geben."
"Ich - ein Kind? Das kann nicht sein! Josef und ich, wir waren uns noch nicht so nahe."
"Es wird ein besonderes Kind sein, ein Kind von Gott, der Heiland der Welt."
Maria hat ein großes Herz. Sie vertraut dem Engel, sie vertraut Gott. So sagt sie: "Ja. Ja, dann soll es so sein!" Dann horcht sie in sich hinein. Ist schon etwas zu spüren von dem neue Leben?

Impulse:

Wir halten die Dunkelheit im Dezember gut aus, wegen der Lichter.
Das ist das Thema des Advents: In aller Dunkelheit und Not des Lebens gibt es einen Lichtblick, gibt es Hoffnung. Hoffnung wird mir zugesprochen. (Im Unterschied zu Sehnsucht, die kommt aus mir.) Gott sagt: da, wo du bist, da bin ich mit dir. So kommt sein Licht in alle Dunkelheit. Gott sein Dank!


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Bild zu Lukas 1, 26-38, Rothenburger Bilderbibel (Ben Meyer) 

Nikolaustag - 6. Dezember

Was ist das?

Der 6. Dezember ist der Todestag des Heiligen Nikolaus.
Er lebte Anfang des 4. Jahrhunderts und war Bischof von Myra, einer Hafenstadt in der heutigen Türkei. Legenden erzählen von seiner Nächstenliebe, die uns Vorbild ist.


Die Geschichte:

Bibelvers: Seid barmherzig, wie Gott barmherzig ist. 
(Lukas 6, 36)

Vor langer, langer Zeit war in der Stadt Myra am Mittelmeer eine Pfarrer namens Nikolaus.
Am Morgen war er in der Kirche gewesen, dann hatte er Kranke besucht und am Abend hat er die Predigt für den nächsten Tag vorbereitet. Spät verließ er noch einmal das Haus und machte einen Spaziergang. Die frische Luft tat ihm gut. Es war dunkel in den Gassen. Die Leute schliefen schon. Da hörte er, wie jemand weinte, ein Mädchen oder junge Frau. Nikolaus blieb stehen und spitzte die Ohren. Es rührte immer sein Herz an, wenn jemand Kummer hatte. Jetzt hörte er Stimmen. Es waren wohl Schwestern, die miteinander redeten. Und so erfuhr Nikolaus, was die Mädchen so traurig machte. Sie wollten heiraten, sie hatten einen Freund, ja sie waren schon verlobt. Aber heute hatte der Vater gesagt: "Mit eurer Hochzeit, das wird nichts. Wir sind arm, ich habe kein Geld. Ihr könnt nicht heiraten."
So war das damals, die Braut musste eine gut gefüllte Haushaltskasse mitbringen. War die Kasse leer, dann fiel die Hochzeit aus.
Und so lagen sich die drei Schwestern in den Armen und weinten über ihr Schicksal. Nikolaus hatte das alles gehört. Mit schnellen Schritten machte er sich auf den Heimweg. Er lief immer schneller, er hatte eine Idee. Ja, so wollte er den Mädchen helfen.
In seiner Schlafkammer stand eine Truhe, die war noch von seinen Eltern. Obendrauf lag ein dicker Mantel von seinem Vater, und dann war die kleine Kassette mit einer Kette von seiner Mutter, ein Andenken. Und unten in der Truhe, da lagen ein paar Goldmünzen. Der Vater hatte immer gesagt: "Junge, da hast du was in der Not." Jetzt war doch Not, nicht bei ihm aber in einer anderen Familie. Kann er mit den Goldmünzen den drei Mädchen helfen? Wo kann er die Münzen bloß reintun? Da nahm Nikolaus einen Strumpf, füllte ein paar Goldmünzen rein und machte oben einen Knoten in den Strumpf. Dann lief er wieder hinaus bis zu dem Haus, wo er die Mädchen gehört hatte. Jetzt war es still geworden. Oben war ein Fenster offen. Da warf Nikolaus den Goldstrumpf hinein.
Am Morgen dann fanden die Mädchen den Strumpf mit dem Geld. "Seht, hier liegt was, ein Strumpf, verknotet, schaut, Goldmünzen! Was hatte das zu bedeuten? Von wem ist das?" - Auch in der nächsten Nach und in der übernächsten Nacht ging Nikolaus los und warf einen Strumpf mit Goldmünzen zu dem Fenster hinein. Da war klar, drei Säckchen mit Geld, das war für die drei Mädchen zur Hochzeit. Ja diesmal war sogar ein Zettel mit dabei. "Ich wünsche Euch Gottes Segen!" Da fassten sich die Mädchen an den Händen und sangen und tanzten vor Freude. "Jetzt können wir doch heiraten!"
Nikolaus empfand dabei selbst so eine Freude, dass er nun manches Mal bei seinen Spaziergängen nachts durch die Stadt Strümpfe, gefüllt mit Süßigkeiten oder Äpfeln oder Nüssen, mitnahm und den Kindern zum Fenster reinwarf, einfach so, um ihnen eine Freude zu machen.


Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 419; Hilf, Herr, meines Lebens

Aus dem Liederbuch "Singt und klingt"

  • 0 112; Tragt in die Welt nun ein Licht

Oder die Lieder "Lasst uns froh und munter sein" und "Wir denken heut an Nikolaus".

Ein Kanon: Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisen Menschen hat froh gemacht.


Gestaltung:

Nikolaus war Bischof der Hafenstadt Myra. Er starb zwischen 345 und 351 n. Chr. Vor den muslimischen Eroberern wurden seine Überreste 1087 nach Bari in Sicherheit gebracht.
Erzählungen zufolge handelte Bischof Nikolaus stets barmherzig und uneigennützig. So soll er sein beträchtliches Erbvermögen vollständig an die Armen verteilt haben. Deshalb kreisen um ihn viele Legenden. Vielleicht ist er darum auch heute so beliebt. Oder liegt das an den Geschenken, die man in den Stiefeln findet? Und ist der Nikolaus nicht dem Weihnachtsmann sehr ähnlich?

Ein Quitz - Wer weiß etwas vom Nikolaus?

Unterschied: Hl. Nikolaus - Weihnachtsmann

(Zusammengestellt von Kantor Johannes Leue)


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Erntedank

Was ist das?

Wir danken Gott für alles, was wir empfangen haben.
Dazu zählen die Früchte des Feldes und des Gartens.
Wir denken dabei auch an die Menschen, die ihre Arbeitskraft dafür eingebracht haben.
Wir danken Gott für alles, was wir haben dürfen - was durch Handel und Verkehr in unseren Supermärkten und Läden, in unseren Häusern und Einrichtungen zu finden ist.
Die ganze Schöpfung ist Gottes Werk! Mit all ihren Ressourcen dürfen wir sie nutzen.
Schonend müssen wir mit ihr umgehen, damit auch nach uns Kommende noch eine gute Lebensgrundlage haben.


Farbe/Symbol:

Grün - steht für Aufblühen, Wachsen und Reifen, für Frische und Hoffnung.

Erntedank ist ein "bewegliches" Fest. Es liegt meistens auf dem ersten Sonntag nach dem 29. September (Tag des Engels Michael und aller Engel)


Biblischen Geschichten:

Es sind Geschichten, die erzählen, dass zum guten Leben die geistliche Nahrung genaus gehört wie Essen und Trinken. Wenn wir das eine über dem anderen vergessen, geht´s uns nicht immer gut.

In der hebräischen Bibel, dem Alten (ersten) Testament wird dem Volk Israel ein Land verheißen, in dem es sich gut leben lässt. Wo alles da ist, was Menschen zum Leben brauchen: Wasser und fruchtbare Erde (Weizen, Gerste, Weinstöcke, Ölbäume, Honig, ...). Aber auch Bodenschätze für das Handwerk und den Handel. Gleichzeitig wird ermahnt: Werdet nicht habgierig! Werdet nicht maßlos! Vergesst Gott nicht zu danken für all das Gute!
(5. Mose 8, 7-18)

Im neuen Testament wird erzählt, dass viele Menschen Jesus zugehört haben - immer wieder. Einmal sind viele mehr als drei Tage geblieben, um seine Worte zu hören. Nun sind sie alle hungrig und wollen nach Hause. Das kann Jesus so nicht geschehen lassen. Niemand soll Hunger leiden müssen. Er hat nur sieben Brote und einige Fische. Jesus dankt Gott für diese Gaben und lässt durch die Jünger und Jüngerinnen austeilen. Alle werden satt - viertausend Menschen - und es bleibt sogar noch etwas übrig.
(Markus 8, 1-9)


Lieder:

Das Evangelische Gesangbuch (EG) hält viele Dank- und Loblieder bereit, z.B. die Nummern

  • EG 316 bis 340; Danklieder
  • EG 324; Ich singe dir mit Herz und Mund
  • EG 457; Der Tag ist seiner Höhe nah
  • EG 508; Wir pflügen und wir streuen

Ebenso gehören Volkslieder und Gedichte zu Erntedank, z.B. aus dem Liederbuch "Singt und klingt"

  • Bunt sind schon die Wälder
  • Bei einem Wirte wundermild
  • Der Apfel ist nicht gleich am Baum


Gestaltung:

Der Raum kann in der Mitte herbstlich geschmückt werden mit Dingen, die vorher gemeinsam eingesammelt wurden:
Äpfel, Kastanien, bunte Blätter, Ähren, ...; dazu eine Schale mit Wasser, Brot, ein Holzscheit (warme Stube), Federn (mein Bett), Murmeln (spielen) ...
Tücher in unterschiedlichen Grüntönen können die Unterlage bilden


Impulse:

Wofür bin ich dankbar? Wofür können wir danken?
(Familie, Nachbar/Nachbarin, Freunde, Spielgefährten, gute Versorgung, Pflege, Medizin, ...)

Herbst des Lebens: Was durfte glücken? Wo sind offene Fragen? Gab es "Hungersituationen" in meinem Leben? Welche Hoffnung habe ich?

Wenn ich einmal alt bin, dann ....

Was/wer schenkt mir Lebenszufriedenheit?
(Beten, dankbares Erinnern - kann auch anhand der Gegenstände in der Mitte unterstützt werden, Vertrauen in Gottes Nähe und Liebe, Fürbitte für andere, ...)

Stärkung durch Gemeinschaft: zusammen feiern, Gottes Wort hören, Abendmahl

Hinweis auf die Hilfsaktionen der beiden großen Kirchen: Brot für die Welt und Misereor, Diakoniesonntag


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Reformationstag - 31. Oktober

Was ist das?

Die Reformation ist eng mit der Person Martin Luther (1486 - 1546) verbunden.
Der Reformationstag gilt als Gründungstag der evangelischen Kirche.

Martin Luther wollte die Kirche re-formieren.
1517 machte er mit 95 Thesen auf Missstände in der Kirche aufmerksam.
Wichig war ihm:

  • Gottes Wort ist Grundlage unseres Glaubens.
  • Jesus Christus ist die Mitte.
  • Die Bibel soll jeder Mensch in seiner Sprache lesen und hören können.
    (Darum hat er die Bibel ins Deutsche übersetzt und Volksschulen gründen lassen)
  • In jedem Haus soll Gottes Wort zuhause sein
    (Luther hat die "Hausandacht" erfunden und dafür den Katechismus zusammengestellt. Er enthält wesentliche Teile der Bibel mit Erklärungen und ist zum Auswendiglernen gedacht).
  • Luther fragt: Wie kriege ich einen gnädigen Gott? und erkennt: Gott ist gnädig



Farbe/Symbol

Rot - warm, Feuer, Liebe, Blut

Farbe für den Heiligen Geist,
für ein leidenschaftliches Glaubenszeugnis,
für die Liebe zu Jesus Christus,
für die Liebe zur Kirche.


Biblischen Geschichten:

Als Jesus aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm.
Und er tat den Mund auf, lehrte sie und sprach:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich
(Matthäus 5, Seligpreisung)

Die zehn Gebote/das Glaubensbekenntnis/das Vaterunser/die Taufe/das Abendmahl/die Beichte
Der Kleine Katechismus (EG 806)

"Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus."
(Röm. 5,1)


Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 362; Ein feste Burg ist unser Gott (das Reformationslied schlechthin)
  • EG 421; Verleih uns Frieden ewiglich

Im "Singt von Hoffnung, Neue Lieder für die Gemeinde" ist es

  • O 105; Unser Leben sei ein Fest


Gestaltung:

Bibel auf den Tisch legen; vor oder nach dem Essen daraus lesen.

Martin Luther trug einen Siegelring den die Lutherrose zierte.
"Des Menschen Herz auf Rosen geht, wenn´s mitten unterm Kreuze steht."
Martin Luther: "Sie ist ein Markenzeichen meiner Theologie.
Das erste sollte ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, dass der Glaube an den Gekreuzigten mich selig macht. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht.
Solch ein Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt. Darum soll die Rose weiß sein, denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe.
Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig."
Der goldene Ring darum weist auf die ewige Seeligkeit.

-> Lutherrose als Ausmalbild mit Erklärungen (PDF)


Reformationsbrötchen backen:

  • 500 g Mehl
  •   30 g Hefe
  • 100 g Zucker
  •  1/4 l Milch
  • Korinthen

Einen Hefeteig herstellen, ggf. etwas Safran untermischen, geduldig gehen lassen.
Kleine Häufchen auf ein Blech setzen, noch einmal gehen lassen. Die Häufchen noch mit 5 kleinen Schnitten (wie Tortenstücke, jedoch nur bis zur Hälfte) fast bis aufs Blech einschneiden.
In die Mitte eine Korithe drücken. So erinnert es an die Lutherrose.
Dann mit flüssiger Butter bestreichen und mit Puderzucker bestreuen.
Ca. 30 Minuten bei etwa 200 Grad backen.


Impulse:

Bekann geworden sind Luthers Tischreden, die oft sehr deftig ausfielen. Markante Sprüche Martin Luthers:

  • So viel Glauben du hast, so viel Lachen hast du.
  • Ein Schluck Wasser oder Bier vertreibt den Durst, ein Stück Brot den Hunger, Christus vertreibt den Tod.
  • Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Geschöpfen.
  • Eine Lüge ist wie ein Schneeball. Je länger man sie wälzt, desto größer wird sie.
  • Hochmut kommt vor dem Fall.
  • Perlen vor die Säue werfen.
  • Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis und tanzt.


Welche biblischen Geschichten sind mir besonders lieb geworden?

Welche sind mir in Erinnerung - vielleicht auch schwer verständlich?

Wie hat mich der Glaube getröstet, gestärkt, ermutigt?

Bin ich Menschen begegnet, die mich mit ihrem Glauben geprägt haben? (Eltern, Großeltern, Freund/in, Erzieher/in, Katechet/in, ...)

Wie habe ich meine Konfirmation erlebt? Konfirmationsspruch, Kirche, Konfirmandengruppe, Pfarrer, Kleidung, Schmuck, ...

Kenne ich Orte der Reformation? Wittenberg, Eisenach (Wartburg), Worms

Altarbild in der Wittenberger Stadtkirche (JPG)


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Vorlage Symbol Reformationstag (PDF)

Friedensdekade

Was ist das?

Das sind 10 Tage im November bis zum Buß- und Bettag.
Menschen beten allerorts für den Frieden.


Farbe/Symbol

Rot - warm, Feuer, Liebe, Blut

Farbe für den Heiligen Geist, den wir auf dem Weg des Friedens brauchen.


Biblischen Geschichten:

Gott wird Völkern richten und zurechtweisen. Dannn werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen und niemand wir sie schrecken.
(Micha 4, 3+4)

1. Mose 13 - Eine Friedensgeschichte zum Vorlesen finden Sie im Heft (PDF).

Jesus sagt: Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.
(Matthäus 5, 9)


Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 421; Verleih uns Frieden ewiglich
  • EG 436; Herr, gib uns deinen Frieden

Im "Singt von Hoffnung, Neue Lieder für die Gemeinde"

  • O 68; Friede sei mit dir


Gestaltung:

Es gibt jedes Jahr ein Motto und ein Leporello mit 10 kurzen Andachen.
Das Material und weitere Infos finden Sie unter www.friedensdekade.de


Impulse:

2020 steht unter dem Motto: "Umkehr zum Frieden"
Die Rückkehr der Taube zur Arche Noah gab Menschen und Tieren neue Hoffnung auf das Ende der Flut und auf einen Neuanfang. Der Ölzweig im Schnabel des Vogels bedeutet: "Land in Sicht".
Die Taube wendet ihren Kopf zurück. Unser Jahr war und ist wie zu Noahs Zeiten durch eine große Kriese geprägt. Keiner Wasserflut, sondern ein Virus zeigt, wie zerbrechlich das Leben ist.
Der Blick zurück (in die Zeit der Bibel) erinnert auch daran, dass Gott immer wieder zu Neuanfängen ermutigt. Und das Gott versprochen hat, nie mehr mit einer solchen Katastrophe die Menschen zu bestrafen.
Die Taube ist auch Zeichen für den Heiligen Geist, den werden wir brauchen, um uns und das Miteinander in dieser Welt heilvoll zu verändern.

Geschichtliches
Die Friedensdekade gibt es seit 1980, damals in Ost- und West-Deutschland. Von Anfang an war das Symbol "Schwerter zu Pflugscharen" das Kennzeichen der FriedensDekaden in der DDR. Es gab darum harte Auseinandersetzungen mit dem Staat, als dieses Symbol viele Jugendliche als Aufnäher trugen. Aber auch Themen und Texte waren Gegenstand spannungsvoller Gespräche. Wir müssen wahrnehmen, was zu Ungerechtigkeit und Krieg frührt. Wenn wir beten, müssen wir auch unser Handeln überdenken. Dabei haben Christinnen und Christen entdeckt, dass die Kirchen eine Lerngemeinschaft sind, die nur mit dem langen Atem der Hoffnung zum Friedensstifter in dieser Welt werden können.


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Martinstag

Was ist das?

Am 11.11. ist der Beerdigungstrag des Heiligen Martin. Nach ihm wird der Tag Martinstag genannt.

Der 11.11. ist außerdem der Tauftag von Martin Luther, der am 10.11.1483 geboren wurde. Einen Tag später wurde er getauft auf und nach dem Heiligen des 11.11. benannt: Martin.


Farbe/Symbol

Rot - warm, Feuer, Liebe, Blut

Farbe für den Heiligen Geist,
für ein leidenschaftliches Glaubenszeugnis,
für die Liebe zu Jesus Christus,
für die Liebe zur Kirche.


Biblischen Geschichten:

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Heiligkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden wie ein Hirt die Schafe von den Böcken seidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.
Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereit ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Und der König wird anworten und zu ihnen sagen:
Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesem meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
(Matthäus 25, 31-40)


Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 419; Hilf, Herr meines Lebens

Außerdem eignen sich die Lieder "Ein armer Mann" oder "Laterne, Laterne".


Gestaltung:

Laternen basteln (Anleitungen finden sich im Internet)
Zum Gedenken an den heiligen Martin ziehen Kinder am 11. November mit Laternen durch den Ort. Oft werden sie von einem Reiter mit einem roten Matel begleitet, den den heiligen Martin darstellen soll. Es werden Martinslieder gesungen.

Martinshörnchen backen/teilen
Die Nächstenliebe des Heiligen Martin ist schon den Kindern Vorbild. So werden zum Abschluss des Umzugs "Martinshörnchen" geteilt: Wir wollen danken für dieses Brot. Wir wollen helfen in aller Not. Wir wollen schaffen, die Kraft gibts du. Wir wollen teilen, Gott hilf dazu.

Martinshörnchen backen:

  • 500 g Mehl
  • 100 g Zucker
  •  1/4 l Milch (lauwarm)
  •     1 Würfel Hefe
  •     1 Ei
  •   80 g Butter (geschmolzen)
  •     5 EL Mich (zum Einstreichen)

Einen Hefeteig herstellen, geduldig gehen lassen. Teig zum Rechteck ausrollen und spitzwinklige Dreiecke zuschneiden. Dreiecke aufrollen und zu Hörnchen formen.
Auf ein gefettetes Blech oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und nochmals gehen lassen.
Ca. 20 Minuten bei etwa 200 Grad backen.
Heißes Gebäck mit Milch bestreichen.


Impulse:

Die Legende vom heiligen Martin und der Brauch, am 11.11. die Martinsgans zu braten. (Nachzulesen im Heft)


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Buß- und Bettag

Was ist das?

Buße klingt nach Strafe, nach Geldstrafe oder Strafarbeit.
Buße meint hier: seinen Sinn ändern, also sich bedenken und einen falschen Weg verlassen, sich wieder nach Gott und seinem Gebot ausrichten.

Im Lauf unserer Geschichte wurde die Bevölkerung angesichts von Notständen und Gefahren immer wieder zu Buße und Gebet aufgerufen.
Buß- und Bettage trugen öffentlichen, politischen Charakter.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist der allgemeine Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag.
Mit dem Buß- und Bettag endet die Friedensdekade.

Theologisch haben Buß- und Bettage eine dreifache Funktion:

  • der Einzelne prüft sein Gewissen vor Gott
  • die Kirche mahnt die Gesellschaft, einzutreten für Frieden und Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
  • wir beten für Umkehr und Besinnung, wir beten für Frieden und Gerechtigkeit



Farbe/Symbol:

Violett - ist eine Mischfarbe.
Sie steht für die Verwandlung durch die Buße, die Versöhnung durch die Liebe Christi, die Veränderung durch das Feuer des Heiligen Geistes.


Bibelworte zum Buß- und Bettag:

Und Gott sprach zu Jona: "Auf, geh in die Stadt Ninive und verkünde ihr, was ich dir sage! Verkünde der Stadt mein Strafgericht, denn ihre Bosheit ist groß!"
Da hörte Jona auf Gott. Er stand auf und zog nach Ninive, wie Gott ihm geboten hatte. Ninive aber war sehr groß.
Als Jona in die Stadt kam, sah er mit Entsetzen, wie es dort zuging. Laut rief er den Leuten von Ninive zu:
"Ihr Leute, gebt acht: Nicht mehr lang, dann wird eure Stadt untergehen. In 40 Tagen ist es soweit."
Da erschraken alle, als sie das hörten. Und sogleich legten sie ein Bußgewand an und ließen in der ganzen Stadt eine Buß- und Fastentag ausrufen. Das hörte der König. Erschrocken erhob er sich von seinem Thron, legte seinen Purpurmantel ab und befahl allen Bewohnern der Stadt:
"Dies gebietet der König: Ihr sollt nicht essen und trinken, sondern fasten. Zieht eure teuren Sachen aus, tragt Arbeitskittel, weg mit dem Parfüm und der kostbaren Schminke, ihr sollt euch Asche auf´s Haupt streuen, als Zeichen der Buße eurer Reue. Betet zu Gott, dass er uns noch einmal gnädig ist. Kehrt um von eurem verkehrten Tun!"
Als Gott sah, wie sich die Menschen abkehrten von ihrem bösen Taten, da wollte er nicht länger zornig sein. Sie sollten leben!
(Jona 3, 4-10)

Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.
(Sprüche 14, 34)

Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 428; Komm, in unsre stolze Welt

Im "Singt von Hoffnung, Neue Lieder für die Gemeinde"

  • O 116; Herzen, die kalt sind wie Hartgeld


Gestaltung:

In einer Gebetsandacht können aktuelle, gesellschaftliche Probleme aufgenommen werden.


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Vorlage Symbol Buß- und Bettag (PDF)

Ewigkeitssonntag

Was ist das?

Totensonntag oder Ewigkeitssonntag?
es gehört beides zusammen

  • Gedenktag für die Verstorbenen

wir brauchen Zeit und Ort für die Erinnerung und für die Trauer

  • Hoffen auf die Ewigkeit

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was erwartet uns? Das wissen wir nicht.
Jesus sagt: Keine Angst, ICH erwarte euch.


Farbe/Symbol:

Weiß - hell und rein, das ist die Farbe für Christus und für die Ewigkeit;
           dann sind wir mit Christus verbunden auf immer und ewig.


Biblischen Geschichten:

Jesus wusste, dass er sterben muss. Er sieht seine Jünger an und macht sich Sorgen: "Was wird aus ihnen werden?"
Da sagt er zu ihnen: "Erschreckt nicht, ihr müsst keine Angst haben! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Bei Gott sind viele Wohnungen, es ist Platz für alle. Und ich gehe dorthin und bereite für euch eine neue Wohnung vor. Und einmal will ich wiederkommen und euch mitnehmen, dann werdet ihr hier ausziehen und bei Gott einziehen, damit wir wieder zusammen sind. Damit ihr seid, wo ich bin. Ihr kennt doch den Weg?"
Da sagt Thomas: "den Weg kennen wir nicht."
Da antwortet Jesus: "Glaubt immer an mich, ich nehme euch bei der Hand, dann bin ich der Weg für euch. So kommen wir zu Gott, dem Vater im Himmel. Jetzt bin ich bei euch, und dann sind wir bei Gott."
(nach Johannes 14, 1-6)


Lieder:

Im Evangelischen Gesangbuch (EG)

  • EG 391; Jesu geh voran
  • EG 408; meinem Gott gehört die Welt



Gestaltung:

Gebet:
Vater im Himmel!
Wir denken an die Menschen, die gestorben sind.
Sie haben zu uns gehört.
Danke für alles, was wir mit ihnen erlebt haben.
So vieles erinnert uns an sie,
und wir spüren, wie sehr sie uns fehlen.
Behalte sie in deinen guten Händen.
Und bleib auch bei uns.
Amen

  • Zum Ewigkeitssonntag erinnern wir an die Verstorbenen
    ihre Namen vorlesen und für sie eine Kerze anzünden
    ein Foto aufstellen
  • auf den Friedhof gehen zu ihren Gräbern


Impulse:

Die Bibel spricht in Bildern von der Ewigkeit.
Weil wir dieses neue Leben mit unseren Vorstellungen und mit unseren Worten nicht fassen können:

  • Abrahams Schoß                          Geborgenheit               (Lukas 16, 19-23)
  • Abendmahl                                                                          (Matthäus 26, 29)
  • Hochzeit                                        einen Platz haben        (Matthäus 22)
                                                           an Jesu Tisch
  • euer Herz erschrecke nicht ...      Wohnung bei Gott       (Johannes 14, 1-6)
  • eine Stadt des Friedens                neues Leben               (Offenbarung 21, 1-7)
    ohne Schmerzen und Geschrei

Alle Bilder beschreiben die Geborgenheit bei Gott:
da ist jemand, der uns in die Arme nimmt.

- solange wir leben ist er bei uns, wenn wir sterben sind wir bei ihm -


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Der Kirchenjahreskreis